Bleibe informiert

Newsletter

Halte dich mit unserem Newsletter auf dem Laufenden.







 

Umfrage

Soll auch 2013 ein Christbaumverbrennen durchgeführt werden?
 
 
Feuer und Feuerwehr
Beitragsseiten
Feuer und Feuerwehr
Seite 2
Alle Seiten

Wenn es dereinst brannte, dann war das Unglück groß, Versicherungen fehlten oder waren ungenügend. Brände aber waren viel häufiger als heute.

 

1869 brannte es im Kehlhof; es waren sieben Brandgeschädigte. 1879 wurden bei der Brunst im Unterdorf fünf Familien obdachlos. 1875 war das 1852 erbaute Färberwieslihaus abgebrannt, 1876 die heutige «alte Post», 1894 die «Sonne». Dann entstand um die Jahrhundertwende der «Brandplatz» gegenüber dem Gemeindehaus, über die Brandursache ist aus den Protokollen nichts zu erfahren. Aber die Brandgefahren kann man aus Bussenverfügungen ersehen. Da gab es Kamine, die an Balken und Brettern anstiessen, ja solche, durch die Balken gezogen waren. Zum Räuchern des Fleisches platzierte man Holzbengel ins Kamin, das war nicht ganz harmlos, und schon 1839 versprach man, dass denjenigen, die eiserne Bengel anschaffen wollten, dieselben von der Gemeinde gratis geliefert würden. Der Kaminfeger war oft auch liederlich und tat seine Pflicht liederlich oder gar nicht.

 

Oft und oft wurden Bürger bestraft, weil sie auf dem Ofen Hanf dörrten. Eine unausrottbare Gefahr war der Gluthafen. In ein irdenes Gefäss wurden Kohlen gefüllt, mit deren Glut erreichte man das, was heute der Strahler besorgt: Wärme in der Übergangszeit oder Ergänzung der Ofenwärme.
Wie leicht sprang da ein Funke über und wurde zum Unglück.

 

1869 wurde z. B. eine Frau gebüsst, und zwar um Fr 4. -, weil sie den Gluthafen nicht schnell genug hatte verschwinden lassen, als der Landjäger seine Nase in die Stube steckte.

Beschlagener war jene Frau, die bei der Spinnstubete die Feuerschau kommen sah. Schnell setzte sie sich mit ihren weiten Röcken über das verbotene Ding und entging so der Strafe.

 

Wenn ein Brandunglück geschehen war, dann war es selbstverständliche Pflicht des ganzen Dorfes und der Nachbarn, dass geholfen wurde. Die Geschädigten erhielten oft einen amtlich bewilligten Brandbrief, mit dem konnten sie von Dorf zu Dorf ziehen und milde Gaben heischen.
Die Geschädigten von 1869 wollten keine öffentliche Sammlung. Einem Gauner in der Stadt gelang es aber, in ihrem Namen in den eigenen Sack zu sammeln. Indessen steuerten die Löhninger in freundnachbarlicher Weise 18 Malter Fäsen, 4 Sester Gerste, 2 Sester Weizen und Fr. 28. - an Geld.
Umgekehrt hat Beringen den Brandgeschädigten von Löhningen 1874 damit geholfen, dass ihnen erlaubt wurde, 600 Wagen Steine am Bibrich zu brechen.

 

Unsere Feuerwehr rückte oft auch zur ersten Hilfe nach auswärts aus. 1862 ging es nach Osterfingen. Der Gemeinderat musste allerdings «etwa 18 Knaben verwarnen», weil sie nicht dorthin geeilt. 1863 zogen unsere Mannen sogar nach Stein am Rhein. Vier Stunden nach ihrer Heimkehr wurden sie nach Schleitheim alarmiert. Nach diesen Brandfällen musste der Gemeinderat allerdings verschiedene Feuerwehrleute vorladen. Beim Brand in Schleitheim hatten viele gefehlt, und in Stein am Rhein hatten sich zwei von der Arbeit gedrückt. Der eine brachte vor, er habe am Morgen kräftig gearbeitet, aber am Mittag habe er das Städtchen ein wenig angesehen, weil er noch nie dort gewesen sei.

 

Um 1850 war die hiesige Feuerwehr wie folgt organisiert: Es gab zwei Spritzenmannschaften, dazu die drei Rotten. Die Rotten hatten mit Bücki Wasser zu tragen, sie mussten die Feuerleitern bedienen und die Feuerhaken. Schliesslich gab es noch Windlichtträger, Hornbläser, Feuerläufer und Feuerreiter. 1869 wurde, nach dem Vorbild von Schleitheim, ein Flöknerkorps gebildet. (Flöken = retten).

Der Müller hatte im Notfalle die Pflicht, den Weiher ablaufen zu lassen, an gegebenen Orten wurde dann der Dorfbach gestaut. Wasserreserven waren auch 1847 die Teuchelgrube und der Feuerweiher beim «Adler». Letzterer wurde beim Bau des «Adlers» eingedeckt.