Im Notfall: 118

Unwetter - Richtig Verhalten, Leben erhalten

Bei schweren Gewittern oder Sturmböen bleibt durch die Unwetterwarnungen in den Medien vielfach genug Zeit, die Gefahren zu reduzieren und Schäden zu vermeiden oder zu mindern.

Dagegen treten Unwetter wie Eisregen oder Wärmegewitter oft sehr plötzlich und unvorhersehbar auf.

Generell sollten Sie bei Unwettern griffbereit haben:

  • Ein netzunabhängiges UKW-Radio mit ausreichenden Batterien.
  • Netzunabhängige Lichtquellen wie Taschenlampen und Kerzen.
  • Notgepäck und Dokumentensicherung für den Fall, dass Sie ihre Wohnung verlassen müssen.

 

REGEN

Schon bei starken Regenschauern sollten Sie ein paar einfache Regeln beachten:
  • Halten Sie Türen und Fenster geschlossen, damit keine Regenböen Wasser in den Wohnbereich drücken können, bedenken Sie ev. vorhandene Dachluken;
  • Achten Sie darauf, dass in Ihrer Wohnung kein Durchzug entstehen kann, der bei plötzlich zuschlagenden Türen oder Fenstern zu Glasbruch führt;
  • Bedenken Sie, dass starker Wind das Regenwasser schräg durch Öffnungen eindringen lassen kann und hierdurch eventuell elektrische Geräte oder Anschlüsse gefährdet werden könnten;
  • Bei sehr starken Niederschlägen könnte Wasser in die tiefer gelegenen Räume eindringen, gegebenenfalls sollten Sie elektrische Geräte im Keller vom Netz nehmen und durch Wasser gefährdete Materialien erhöht lagern, bei Freisetzung gefährlicher Substanzen, wie z.B. Heizöl, verständigen Sie die Feuerwehr (Tel. 118);
  • Bei starken Niederschlägen kann die Kanalisation überfordert werden und das Wasser fliesst dann nur langsam ab, so dass Strassen überflutet sein können. Beachten Sie, dass dadurch Schäden in der Strassendecke oder vom Wasserdruck angehobene Kanaldeckel bedeckt sind und somit zu einer Gefahr werden können.

STURM

Suchen Sie bei einem starken Sturm möglichst einen tief liegenden Raum, z.B. Keller oder einen innen liegenden Raum Ihres Wohnbereiches auf.
  • Autos, Wohnwagen und leichte Gebäude bieten keinen ausreichenden Schutz.
  • Meiden Sie Räume mit grosser Deckenspannweite wie Hallen o.ä.
  • Bleiben Sie nicht im Freien, suchen Sie, wenn irgend möglich, ein festes Gebäude auf. Werden Sie im Freien überrascht und können kein Gebäude mehr aufsuchen, so suchen sie möglichst eine Mulde oder einen Graben auf. Legen Sie sich mit dem Gesicht erdwärts und schützen Sie Kopf und Nacken mit den Händen.

GEWITTER

Bei Gewittern, bei denen es zu Blitzentladungen kommt, treten zusätzliche Gefahren auf. Beachten Sie:
  • Blitzentladungen suchen sich einen hohen Punkt, z.B. aufragende Bäume, Masten und dergleichen. Halten Sie sich von solchen Objekten fern! Werden Sie im Freien überrascht, legen Sie sich flach zu Boden oder suchen Sie Schutz in einem Gebäude.
  • Verlassen Sie ihr Auto nicht und berühren Sie im Inneren keine blanken Metallteile, das Fahrzeug leitet elektrische Entladungen ab (Faradayscher Käfig), so dass Sie im Inneren geschützt sind;
  • Halten Sie zu Überlandleitungen einen Mindestabstand von 50 Metern;
  • Durch die elektrische Entladung eines Blitzes kann es im Stromnetz zu Überspannungen kommen. Sofern Ihre Sicherungen keinen ausreichenden Überspannschutz haben, können Sie elektrische Geräte durch Stromleisten mit Überspannungsschutz gegen Überlastung schützen. Verlassen Sie sich nicht ausschliesslich auf die häusliche Blitzschutzanlage, da der Blitzschlag über das Stromnetz für Überspannung sorgen kann. Gegebenenfalls nehmen Sie z.B. Fernseher (auch das Antennenkabel) oder Computer vom Netz;
  • Ein Blitzeinschlag in das Mauerwerk eines Gebäudes kann dieses erheblich beschädigen. Feuchtigkeit in einer Mauer wird durch den Blitzschlag eventuell verdampft, es entsteht extremer Druck, der zu Rissen und Brüchen führen kann, welche die Tragfähigkeit beeinflussen können.

NACH EINEM UNWETTER

Wurde jemand verletzt, so leisten Sie erste Hilfe und lösen Sie den Notruf (Tel. 144) aus; Kontrollieren Sie ihr Haus bzw. ihre Wohnung danach auf eventuelle Schäden:
  • Elektrische Geräte nur in Betrieb nehmen, wenn sicher ist, dass diese nicht mit Feuchtigkeit in Berührung gekommen sind;
  • ist das Gebäude beschädigt, so verlassen Sie es sicherheitshalber und betreten Sie es erst wieder, wenn es von Fachleuten freigegeben wurde;
  • wenn nach einem Sturm das Dach beschädigt wurde und z.B. Dachziegel lose sind und herabzustürzen drohen, so halten Sie sich bitte aus dem Sturzbereich fern, er beträgt normalerweise ein Drittel der Höhe vom Boden bis zur Regenrinne. Verständigen Sie die Feuerwehr, damit die Gefahr beseitigt werden kann oder eine Absperrung erfolgt.

Prävention

Prävention ist uns ein grosses Anliegen. Auch wenn wir für den Ernstfall üben, uns ist es lieber, wenn wir nie zum Einsatz kommen.

Feuer verhüten statt Feuer löschen

Das richtige Verhalten beim Umgang mit Feuer oder feuergefährlichen Mitteln ist entscheidend, ob ein Feuer verhütet werden kann, oder ein Brandausbruch stattfindet. Deshalb ist es für uns als Feuerwehr wichtig, auf die möglichen Gefahren bzw. deren Folgen hinzuweisen.

Hier geben wir Tipps, wie Sie selber einen Brand verhindern oder einen Unfall vermeiden können.

Wir bemühen uns, Ihnen immer wieder neue Tipps zu geben, damit wir auch in Zukunft nur selten im Einsatz stehen.